Austrō

Apr 22, 09:51 PM

Dies Licht, schönstes der Lichter, ist gekommen,
Heller Schein geboren, fernhin erleuchtend,
den Aufgang des Erweckers vorbereitend,
so hat die Nacht der Oster weichen müssen.

Erscheint uns dort die hehre Himmelstochter,
die Jungfrau, aufleuchtend in hellem Kleide.
Du, Herrin aller Reichtümer der Erde,
glanzvolle Oster, heute, hier erscheine!

Fort sind die Menschen, die in ferner Vorzeit
das Aufscheinen der frühen Morgen schauten;
uns Lebendigen wird sie nun sichtbar,
schon nahen die sie später schauen sollen.

Feinde schreckend, Rat-Herrin, ratgeboren,
Erweckerin des freudigen Gewimmels,
Heilige, Bringerin von Götterfreude,
hier, heute, allerschönste Oster, scheine!

Am Himmel oben ist sie hell erschienen,
den nachtdunklen Schleier hob die Göttin weg:
Die Welterweckerin ist angekommen,
ihrem Wagen rote Rosse vorgespannt.


idáṃ śréṣṭhaṃ jyótiṣāṃ jyótir âgāc / citráḥ praketó ajaniṣṭa víbhvā /
yáthā prásūtā savitúḥ savâyaṁ / evâ râtrī uṣáse yónim āraik

eṣâ divó duhitâ práty adarśi / viuchántī yuvatíḥ śukrávāsāḥ /
víśvasyéśānā pârthivasya vásva / úṣo adyéhá subhage ví ucha

īyúṣ ṭé yé pûrvatarām ápaśyan / viuchántīm uṣásam mártiyāsaḥ /
asmâbhir ū nú praticákṣiyābhūd / ó té yanti yé aparîṣu páśyān

yāvayáddveṣā ṛtapâ ṛtejâḥ / sumnāvárī sūnŕtā īráyantī /
sumaṅgalîr bíbhratī devávītim / ihâdyóṣaḥ śréṣṭhatamā ví ucha /

ví añjíbhir divá âtāsu adyaud / ápa kṛṣṇâṃ nirṇíjaṃ devî āvaḥ /
prabodháyantī aruṇébhir áśvair / â uṣâ yāti suyújā ráthena

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orwige

Apr 17, 12:02 PM

Wir bestimmen weiter: Wenn ein Mann weiss, dass sein Feind zuhause sitzt, greife er ihn nicht an, ohne dass er vorher seine Forderungen an ihn stellt. Wenn er imstande ist, seinen Feind zu umzingeln und belagern, soll er ihn für 7 Nächte [in seinem Haus] drin festsetzen ohne ihn anzugreifen, solange er freiwillig drin bleibt.
Falls er sich nach Ablauf der 7 Nächte ergibt und seine Waffen aushändigt, soll er für 30 Nächte festgehalten werden, und seine Sippe und seine Freunde sollen [über seine Lage] benachrichtigt werden. […] Wenn er aber nicht imstande ist, ihn zu belagern, soll er zum Vogt reiten und ihn um Hilfe bitten. Fals der ihm nicht helfen will, soll er zum König reiten bevor er [seinen Feind] angreift. Ebenso soll ein Mann handeln, wenn er [überraschend] auf seinen Feind trifft, ohne dass er vorher wusste, dass dieser zuhause sein würde. […]
Wenn er [aber] seine Waffen nicht übergeben will, dann mag er ihn angreifen. Wenn er bereit ist, sich zu ergeben, und seine Waffen aushändigt, und jemand [von den Leuten des Belagerers] ihn dennoch angreift, soll der haftbar sein für jegliche Verwundung oder Tötung, die er verschuldet [bezahlt an die Sippe des Geschädigten], und auch gebüsst werden [bezahlt an den König], und hat seine Verwandschaft verwirkt [?die ihn berechtigte, auf der Seite des Angreifers zu kämpfen].

Wir sagen weiter, dass ein Mann auf der Seite seines Herrn straflos kämpft, falls jemand seinen Herrn angreift. Ebenso darf ein Herr auf der Seite seines Gefolgsmanns kämpfen. In derselben Weise darf ein Mann auf der Seite seines Blutsverwandten kämpfen, falls jemand diesen grundlos angreift, ausser gegen seinen [eigenen] Herrn, das erlauben wir nicht. Ein Mann mag auch straflos kämpfen, falls er einen anderen hinter verschlossener Tür oder unter einer Decke bei seiner eigenen Ehefrau antrifft, oder bei seiner leiblichen Tochter, oder bei seiner leiblichen Schwester, oder bei seiner Mutter, soweit diese seinem Vater rechtmässig angetraut wurde.

Eac we beodað: se mon se ðe his gefan hamsittendne wite, þæt he ne feohte, ær ðam he him ryhtes bidde. Gif he mægnes hæbbe, þæt he his gefan beride ⁊ inne besitte, gehealde hine .vii. niht inne ⁊ hine on ne feohte, gif he inne geðolian wille; ⁊ þonne ymb .vii. niht, gif he wille on hand gan ⁊ wæpenu sellan, gehealde hine .xxx. nihta gesundne ⁊ hine his mægum gebodie ⁊ his friondum. […] Gif he ðonne þæs mægenes ne hæbbe, þæt he hine inne besitte, ride to þam ealdormen, bidde hine fultumes; gif he him fultuman ne wille, ride to cyninge, ær he feohte. Eac swelce, gif mon becume on his gefan, ⁊ he hine ær hamfæstne ne wite […] gif he ne wille his wæpenu sellan, þonne mot he feohtan on hine. Gif he wille on hond gan ⁊ his wæpenu sellan, ⁊ hwa ofer ðæt on him feohte, gielde swa wer swa wunde swa he gewyrce, ⁊ wite ⁊ hæbbe his mæg forworht.
Eac we cweðað, þæt mon mote mid his hlaforde feohtan orwige, gif mon on ðone hlaford fiohte; swa mot se hlaford mid þy men feohtan. Æfter þære ilcan wisan mon mot feohtan mid his geborene mæge, gif hine mon on woh onfeohteð, buton wið his hlaforde: þæt we ne liefað. ⁊ mon mot feohtan orwige, gif he gemeteð oþerne æt his æwum wife, betynedum durum oððe under anre reon, oððe æt his dehter æwum borenre oððe æt his swistær borenre oððe æt his medder ðe wære to æwum wife forgifen his fæder.

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ëmazîc

Apr 8, 03:08 PM

emaz, ëmaz “Joch, Band, Zeit und Ewigkeit”:

Wie sich aus lat. jŭgum ein jūgiscontinuus, perpetuus“, aus skr. युग die bedeutung “aetas, mundi aetas“ entfaltete, scheint auch ëmaz, ursprünglich “jugum, lorum“, dann vielleicht “aevum“, aus ihm floß ëmazîassiduitas“, ëmazîcperpetuus, sedulus“, ëmizissemper“.
und urverwandt liegen lit. amźisaevum, aeternitas“, ir. aimsir, welsches amsertempus“, endlich auch skr. अमस und अमति “tempus“.

ëmazîc pluostar glossiert geradezu juge sacrificium, nach Servius in Vergilii Aeneidos 3, 537 augurium quod ex junctis jumentis fiat.

Ein wetterauisches bauernwort muß uns den sinn von ëmaz erschließen und den zusammenhang zwischen joch, band und zeit bethätigen.

Man erwäge die ahd. namen Amazo, Emizo, Amaza, Emiza, Emezrât.

Ahd. ëmazîc, ëmizîcjugis, assiduus, sedulus“ vgl. altn. amrlabor“. glaublich ist der name der fleißigen, wimmelnden ameise unmittelbar verwandt, nicht aber emsig aus dem thier, sondern emsig und ameise, emse beide aus jenem subst. ëmaz herzuleiten.
Frisius [1556] 742, nach ihm Maaler [1561] 102a und Henisch [1616] 877, 37 sagen treffend: “emsig und iemerwerend, als wenn es stäts unter dem joch were, jugis“.

St. Galler Paternoster (8. Jh.): prooth unseer emezzihic [τὸν ἐπιούσιον] kip uns hiutu

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𒀯𒀯

Apr 3, 05:23 PM

Die Götter auf dem Pfad von 𒀭𒌍, dem Mond, die er im Verlauf eines Monats berührt:

  • 𒀯𒀯 MUL.MUL, der “Sternen-Stern” (oder der “Stern der Sterne”, der “Stern aus Sternen”?), die siebenfache Gottheit, die grossen Götter [Pleiaden]. Um das 23. Jh. v. Chr. lag der Frühlingspunkt nicht mehr im Stier selbst sondern nahe bei den Pleiaden.
  • MULGU4.AN.NA “Der Himmlische Stier”, d.i. Enlil: das Frühlingszeichen der Sumerischen Tradition. Das Äquinoktium lag im 4. und frühen 3. Jt. v. Chr. in diesem Sternbild. Den Äquator regiert An.
  • MULSIPA.ZI.AN.NA “Der Himmlische Hirte”, der Gott Papsukkal, Bote der Götter Anu und Ištar [Orion]
  • MULŠU.GI “Der Alte” [Perseus]
  • MULGAM “Der Krummstab” [Auriga]
  • MULMAŠ.TAB.BA.GAL.GAL “Die Grossen Zwillinge”, das sind Lugalgirra und Meslamta-ea
  • MULAL.LUL “Der Flusskrebs”
  • MULUR.GU.LA “Der Löwe”, das Zeichen der Sommersonnwende in Sumer.
  • MULAB.SIN “Die Furche, die Ähre der Göttin Šala” [Jungfrau].
  • MULzibanitum “Die Waage”
  • MULGIR.TAB “Der Skorpion”, das Zeichen des Herbst-Äquinoktiums in Sumer
  • MULPA.BIL.SAG [Schütze]
  • MULSUḪUR.MAŠ “Der Ziegen-Fisch”, das Zeichen der Wintersonnwende
  • MULGU.LA “Der Grosse”, d.i. wieder Enlil; die südliche Hemisphäre gehört aber Ea. [Wassermann]
  • MULSIM.MAḪ “Der Schwalbenschwanz” [Fische]
  • MULAnunitum [Andromeda]
  • MULLU.ḪUN.GA “Der Feldarbeiter” [Widder]
John H. Rogers, “Origins of the ancient contellations: I. The Mesopotamian traditions“, Journal of the British Astronomical Association 108 (1998) 9–28
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Aggression, agentenbasierte

Mar 26, 09:30 AM

“Agenten” (“Turtles”) bilden Stämme in einer “Afrika-ähnlichen” Umgebung, auf dem linken Bild ist die Aufteilung in Stämme oder “Sprachgruppen” sichtbar, auf dem rechten Unterschiede in der “Aggressionskultur”.

In diesem Filmchen (1.9M, MPEG4) sieht man 6000 Jahre oder etwa 200-250 Generationen in einer einfacheren Landschaft aus drei Inseln. Zuerst füllt sich die westliche Insel mit einer pazifistischen (weiss) Bevölkerung mit grosser Dichte. Individueller Egoismus führt zu zunehmender Aggression (rosa) und die Besiedelung der nordöstlichen und südöstlichen Inseln erfolgt durch wesentlich aggressivere Individuen. Auf diesen Inseln kommt es dann auch zur “Aggressionskatastrophe”, die Gesellschaft fällt auseinander, und die Inseln werden ganz (NE) oder fast ganz (SE) entvölkert, und werden in der Folge von W neu von moderat aggressiven Stämmen besiedelt. Dann verfällt die westliche Insel in Barbarei und wird von NE aus neu zivilisiert. Gegen Ende der Simulation kommt es NW und SE gleichzeitig zu einer Eskalation, die Gesamtbevölkerung sinkt rapide, und es bleibt nur in der Ecke SW ein moderat aggressiver Stamm der in der Folge zum “Wiederaufbau” einer stabilen Gesellschaft in Frage kommt.

Die Simulation beruht auf Individuen, die durch aggressives Verhalten sich selbst nur Vorteile erwirken, die aber in ihren Opfern ebenfalls aggressives Verhalten auslösen, deren Opfer sie wiederum werden können. Aggressive Individuen schädigen sowohl ihre Stammesgenossen (“Kriminalität”, ein Gewinn für den Aggressor, aber netto ein Schaden für den Stamm) als auch Stammesfremde (“Krieg”, ein Gewinn für den Stamm aber ein Verlust für die Gesamtbevölkerung).


Dieselbe Simulation wie oben, ein paar Jahrtausende später: “Eurasien” ist mit drei grossen “Sprachfamilien” bevölkert.

In diesem Filmchen (2.5M, MPEG4) ist eine weitere Simulation aufgezeichnet, diesmal mit einer Ausbreitung der Völkerscharen über die ganze “Welt”, und einer totalen “Weltbevölkerung” von etwa 10’000 Individuen. Unten eine Momentaufnahme, wie das ganze nach acht Jahrtausenden (ca. 350 Generationen, total 3.5 Millionen Geburten) aussah:

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