( NNNNNNNN EEEEEE HHHHHH UUUUU AAAA CCC III RRR SSS GG TT ZZ D K L V ),
insgesamt 51 Zeichen (dies unter der Annahme, dass der Titel ANAGRAMMA selber nicht zum Anagramm gehört) [totale Anzahl Kombinationen: 2485261293462792404193729771458030081433600000000 = 2.5E+48].
Aufgrund obiger Verteilung scheint Deutsch die wahrscheinlichste Sprache. Lateinisch scheint nicht wahrscheinlich wegen des Auftretens von K (ausschliessen lässt sich Latein allerdings nicht, das K wäre dann vielleicht Teil eines Namens. Auch die Unterscheidung von U und V spricht nicht zwingend gegen Latein). Für andere in Frage kommende Sprachen wie Griechisch oder Hebräisch stellte sich sofort die Frage nach der Transliteration.
Auffallend ist das Fehlen von O, notabene der seltenste Vokal im Deutschen, und von M. Die anderen fehlenden Lettern, B, F, J, P, Q, W, X, Y, erstaunen für das Deutsche weniger. (Merksprüchli ENIRSTUDA der 9 häufigsten Buchstaben; die Auszählung meiner Gutenberg-Liste ergibt ENIRSATHDULCG MOBWFKZVPJYXQ (E:I:A:U:O = 100:43:35:26:15)). Z hingegen ist für Deutsch eher häufig vertreten (ein- oder gar zweimal "zu" im Text?). Jedenfalls stimmt die Buchstabenverteilung zu gut mit Deutsch überein, um ohne Grund eine andere Sprache zu vermuten.
Im weiteren gehe ich also davon aus, dass die Sprache des Anagramms Deutsch ist. Drei der sechs H wird man direkt den C zuordnen, zur Bildung von CH oder SCH (ein etwas gefährliches Vorurteil; ich schätze das Verhältnis CH:CK ca. 8:1). Umlaute, falls vorhanden, werden als AE, OE, UE vertreten sein.
In einem ersten Versuch wollte ich im Rahmen meiner Rechengewalt deutsche Wörter auf das Anagramm verteilen. Ich generierte eine Wortliste der Texte des Projekt Gutenberg-DE (das etwas erratische deutsche Pendent zum grossen Project Gutenberg). Diese Liste umfasste 821943 Einträge, bzw. 394331 mehr als einmal belegte. Ich behielt davon die Wörter mit einer Frequenz von 40 oder mehr. Nach einer Reinigung dieser Liste von sinnlosen oder nicht-deutschen, vor allem kurzen, Einträgen, war ich bei einer Listen-Länge von 47968, davon 15146 Wörter, in denen keiner der Buchstaben [BFJMOPQWXY] vorkommt.
Selbst diese 15000 Wörter kombinatorisch auf das Anagramm anzuwenden ist hoffnungslos. Ich ging daher in zwei Schritten vor:
Es zeigt sich, dass eine naive Suche sich in sinnlosen Permutationen von kurzen Wörtchen verliert. Deshalb berücksichtige ich zunächst nur Wörter mit einer Mindestlänge von 12 Zeichen (1708 Wörter; ich würde die Mindestlänge gerne herabsetzen, aber das führt sofort ins Endlose) und schreibe einer Liste der so möglichen Auflösungen mit jeweils dem nicht verwendeten Überrest:
aehnlichkeit aetherischen anschauungen / uuunnnrrsdhgvzz
aehnlichkeit aetherischen verschanzung / uuuuannnnrsdhgz
aehnlichkeit aeusserungen anschauungen / iunnrrtdhhchvzz
...
gluehendsten griechischen naturursachen / iuuaannnhhkvzz
...
nachzusinnen undeutlichen verhaengniss charakterzug / uhh
...
zuruestungen zuversichtlich / eeeiuaaaannnnnnrsdhhhchgk
zuruestungen zuversichtlicher / eeiuaaaannnnnnsdhhhchgk
409276 Kombinationen.
Aus den resultierenden 409276 nehme ich die Kombinationen mit Reststrings kürzer als 15 und mit einem Vokal-Anteil von >0.3. (die genauen Zahlen sind nur bestimmt durch meine Rechengeschwindigkeit und meine Geduld; es verbleiben 34709 Kombinationen) und schaue, welche dieser Reste sich mit der vollen Wortliste auflösen lassen. Die Annahme ist damit also, dass das Anagramm mehrere `lange' Wörter enthält. Unbefriedigend ist die Bedingung, dass der Rest ganz aufgebraucht werden muss: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Name vorkommt scheint zu gross.
Die getroffenen Annahmen (Vorurteil zugunsten von CH, Anteil `langer' Wörter, restriktive Auswahl der Wortliste, völliges Aufbrauchen des Reststrings) machen es sehr unwahrscheinlich, die intendierte Lesung in meiner Lösungsmenge vorzufinden. Diese "Lösungsmenge" ist trotzdem enorm. Aus meinen 34000 Teil-Lösungen bekomme ich ca. 2 Millionen "Lösungen", d.h. Aufschlüsselungen des Anagramms in Wörter aus meiner Wortliste, z. B.:
auszuschlagen geharnischten nachzudenken +
[ hin hut nur vier
hin ruh tun vier
hin tun uhr vier
hut ihn nur vier
hut ihr nun vier
hut in ruhn vier
ihn ruh tun vier
ihn tun uhr vier
ihr nur tun vieh
in nur ruht vieh
in ruh thun vier
in thun uhr vier ]
Nur die wenigsten davon ermöglichen es natürlich, einen grammatisch korrekten Satz zu bilden, etwa:
heuchlerisch sah eva ganz nah neunundneunzig kunstrichter
Geschweige denn Sätze, die den geringsten Sinn erkennen lassen.
Für diese sehr groben Resultate habe ich einen GHz-Prozessor einen Tag lang rechnen lassen. Mit Kombinatorik ist nicht zu spassen - weitere Erkenntnisse werden nur mit Intelligenz, nicht mit Muskeln, zu erreichen sein. Man sollte das Experiment mit einer Jung-spezifischen Wortliste wiederholen, etwa das Vokabular seiner gesammelten Werke plus ein Alchimie- oder Gnostik-Lexikon oder so und vielleicht verschiedene Vorgaben versuchen (gehört das D zu einem Artikel? Haben wir ein - kein, ich - du, ...?